Erntedankfest, Tag der Deutschen Einheit und die momentanen Diskussionen

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Schlossfest Hainewalde

Schlossfest Hainewalde 2016

Schlossfest in Hainewalde Dunkel Romantischer Abend , Mittelalter und Barock bestimmten auch in diesem Jahr das Festwochenende in Hainewalde,  Höhepunkte waren allerlei Handwerk und Artus Thor. Trotz Regen und Gewitter war Gute More »

Johannes Gaudium 2016 Forst

Johannes Gaudium 2016 Forst / Lausitz

Johannes Gaudium 11. und 12. Juni 2016.Unter dem Motto „Zurück zu den Wurzeln“ wird es ein weiteres Historien Spectaculum in Forst /Lausitz wir waren dabei. [Zeige eine Slideshow] More »

Brauereifest Löbau 2016 - Das Fest zum Jubiläum

Bergquell Brauereifest Löbau 2016 Das Fest zum Jubiläum

Steffen Dittmar hat am Freitag die Ehrenbürgerwürde erhalten.Herzlichen Glückwunsch. Von The Firebirds zu Jenix live / Marquess uvm waren zu 170 Jahre Brauerei Bergquell Löbeu zu erleben. [Zeige eine Slideshow] More »

Die Raubritter vom Valtenberg 2016

Die Raubritter und mehr vom Valtenberg 2016

Es war wieder ein wahnsinnig tolles Wochenende mit vielen Freunden und Bekannten. Ein großes Dankeschön an alle, die mitgewirkt haben, besonders an die Leute von unserem Team, die mal wieder alles gegeben More »

Tag Archives: Kolumne

Wer die Wahl hat, hat die Qual- wer keine Wahl hat keine Alternative

Heinz Eggert

Unsere Entschluss stand fest: Wir gehen nicht zur Wahl.

Gemeint war die Volkskammerwahl am 14. November 1971.

Ich studierte damals in Rostock Theologie.

Mit unserer zweijährigen Tochter lebten wir auf einem mecklenburgischen Dorf in zwei beheizbaren Dachkammern. Wasser holten wir im Sommer aus einem Wasserhahn auf dem Dachboden, der allerdings im Winter abgestellt wurde.

So holten wir uns das Wasser dann aus dem Erdgeschoss.

Gasanschluss gab es nicht.

Gekocht wurde auf einem alten Feuerherd oder  einer Elektroplatte, bei  deren Gebrauch regelmäßig die Sicherungen aus dem Sicherungskasten flogen.

 

Aber das war nicht der Grund, nicht zur Wahl zu gehen.

Denn immerhin  ging es uns mit unseren Dachkammern  wohnungsmäßig noch besser als  anderen jungen Paaren, die wegen der Wohnungsnot, mit ihrem Ehepartner und ihrem Kind in einer Dreizimmerwohnung bei ihren Eltern und jüngeren  Geschwistern leben mussten.

Wir lebten von der  Unterstützung der Eltern, meinem Stipendium und von dem  Geld, das ich durch Nachtwachen im Krankenhaus oder dem kellnern  am Wochenende verdiente.

 

Und jetzt kam der Konflikt.

Meine Frau wollte wieder arbeiten, aber wir bekamen keinen Krippenplatz.

Unser Antrag wurde mit der Begründung abgelehnt, dass Theologie kein volkswirtschaftlich nützliches Studium sein.

Dafür mussten für die kleinen Kinder aus Offiziersfamilien die Plätze reserviert bleiben.

Die Männer verdienten zwar ein  Vielfaches, von dem ,was ein Student verdiente, aber dafür waren sie volkswirtschaftlich nützlich.

So sprach die Staatspartei SED-und nur das war entscheidend.

 

Also gingen wir am 14. November 1971 nicht  in das Wahllokal um zu wählen.

 

Das brachte uns gegen 15:20 Uhr schon den Besuch von drei Wahlhelfern ein, die  uns aufforderten unserer sozialistischen Bürgerpflicht nachzukommen und zu wählen.

Wir erklären Ihnen unsere Gründe, die sie aber naturgemäß auch nicht überzeugen durften, denn sie sollten ja Druck aufbauen.

Meine Argumentation, dass  ein Staat, der  seiner sozialen Verantwortung nicht nachkomme für mich nicht wählbar sei, stieß  auf taube Ohren.

Dafür machten sie uns aber auf die Konsequenzen unserer Wahlverweigerung aufmerksam, ohne diese näher zu erläutern.

Die erläuterte mir zwei Tage später der Rektor der Theologischen Fakultät in Rostock, die schon am Montag von unserem unsozialistischen Verhalten informiert worden war.

Der Theologieprofessor erklärte mir, dass  ich jetzt endgültig den  politischen Bogen überspannt habe, man nichts mehr für mich tun könne und sie der Exmatrikulation wegen sozialistischen Fehlverhaltens zustimmen würden.

Mein Rauswurf stand unmittelbar bevor.

Vorher hatte ich aber noch einen Anhörungstermin beim Rektor der Universität Rostock, der naturgemäß Genosse der SED war.

Das Gesprächsergebnis war für mich überraschend.

Meine Wahlverweigerung könnte er nicht entschuldigen und tolerieren, auch wenn meine Beweggründe für ihn verständlich seien.

Deshalb beließe er es bei einem Verweis, ich dürfte aber weiter studieren.

Da verstehe einer die Welt. Der Theologieprofessor ließ mich im vorauseilenden Gehorsam schon fallen, während  der kommunistische Rektor versucht hatte mich zu verstehen  und mich weiter studieren ließ.

Ich hatte Glück gehabt.

Bei anderen ging es nicht so glimpflich aus. Wahlverweigerung in der DDR Diktatur brachte politische Schwierigkeiten mit sich und bremste berufliche Weiterentwicklung und Karrieren.

 

Dabei gab es eigentlich bei keiner Wahl etwas zu entscheiden.

Denn nicht einzelne Parteien standen zur Wahl, sondern der Einheitsvorschlag der Nationalen Front, der von den Kommunisten aufgestellt worden war.

Damit waren auch alle Abgeordneten-gleich welcher Partei- in ihrem Abstimmungsverhalten an die politischen Vorgaben der SED gebunden.

Wahlkabinen waren zwar vorhanden aber ihre  Benutzung wurde als Zeichen der Opposition zum System gewertet.

Deshalb nutze ich sie auch jedes Mal und strich akribisch jede Zeile des Wahlvorschlags mit meinem eigenen wasserfesten Stift durch.

Diese öffentliche Art der  Ablehnung war meine selbstgenommene Wahlfreiheit.

 

Alternativlos bleiben wir immer nur dann, wenn wir nicht selbst auf die Suche nach Alternativen gehen.

 

Natürlich wurde jeder Benutzer der Wahlkabine aufgeschrieben und  namentlich an die Partei und Staatssicherheit weitergegeben.

Diese  werteten  wiederum diese „unerhörten Vorkommnisse „mit den Betrieben der Betroffenen aus, die  dann ihre Maßnahmen trafen.

 

Ich gehe nicht wählen, sagte mir eine ältere Frau  aus Oybin, Ich gehe „falten“.

Sie meinte damit, in aller Öffentlichkeit den großen Wahlzettel zu falten und In die Wahlurne zu werfen. Das wurde als Bekenntnis zum Arbeiter-und-Bauern-Staat gesehen.

Aber, sagte ich – weil ich  ihre politische Einstellung kannte- In Ihrem Alter können Sie doch auch ehrlicherweise  die Kabine benutzen.

Sie lächelte. Nein, sagte sie ganz entschieden, die wollen betrogen werden, also betrügen wir sie.

Außerdem brauche ich immer noch den Reisepass um meine Enkel im Westen besuchen zu können, das  ist das alles nicht wert.

So dachten viele.

Ganz offensichtlich wurde so  auf beiden Seiten betrogen.

Viele  Wähler mit vorgetäuschter Loyalität , der Staat mit der Fälschung  der Wahlergebnisse .

Fast konstante Wahlbeteiligung bei 98 % und  meist 99,7 % für den Kandidaten der Nationalen Front.

Nur Nordkorea hat bis heute bessere Daten.

 

Geradezu genial war 1989, als wir die Staatsmacht der DDR beim Wort nahmen und  ihr bei der Kommunalwahl die Wahlfälschung nachweisen konnten.

Mit sehr viel Mut und persönlichem Einsatz.

Das war der Auslöser.

Es scheint in Vergessenheit geraten zu sein, dass die DDR –Diktatur gestürzt worden ist, weil wir freie Wahlen für ungeheuer wichtig hielten und nicht nur Stimmvieh für eine Diktatur sein wollten. Das war unter unserer –neu erwachten -Würde.

Auch deshalb gab es bei der ersten freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 eine Wahlbeteiligung von 93 %.

Das war ein weitaus wichtigeres Zeichen als das Wahlergebnis selbst.

Das erste Mal nach langer, langer Zeit stand das Wahlergebnis nicht schon vorher fest und der Einzelne hatte das Gefühl, dass eine eigene Stimme wichtig ist und zählt.

 

Dieses Gefühl ist bei vielen verflogen.

Manche glauben, es kommt auf sie und ihre Meinung nicht mehr an.

Sie fühlen sich von der Politik nicht ernstgenommen.

Wobei in Wahlzeiten die einfallslosen Wahlplakate, die Verteilung von Kugelschreibern und Kondomen oder die „Drohung“ 5 Millionen Familien im Minutentakt zu besuchen, auch nicht den Eindruck verstärkt als Wähler besonders ernstgenommen zu werden.

 

Andere denken, es läuft auch ganz gut, ohne dass sie sich politisch einbringen müssten.

Das wäre nicht notwendig. Weil keine Not zu wenden ist?

Aber vielleicht sind wir auch  im demokratischen Alltag angekommen und nehmen vieles für selbstverständlich, was sich  eigentlich nicht von selbst versteht.

Es scheint, als ob sich die Gleichgültigkeit Bahn bricht.

Aber es ist nicht alles gleich gültig.

 

Wenn wir einmal über den deutschen Tellerrand in die Welt schauen, wo weiter „lustig „ Wahlen gefälscht werden oder Forderungen nach freien Wahlen im Blut erstickt oder die Menschen von Bomben im Wahllokal  zerrissen werden.

 

Auf der einen Seite steigt bei allen  Befragungen die Zufriedenheit der Deutschen mit der Demokratie (Im Osten 74 %/Im Westen 84 %) aber die Wahlbeteiligung sinkt.

Aber was ist denn die Demokratie dann noch wert, wenn Einige sich der wichtigsten Gestaltungsmöglichkeiten selbst berauben?

 

Natürlich verstehe ich den Ärger und den Frust, den der politische Tagesablauf manchmal auslöst.

Auch mir geht vieles zu  langsam in den politischen Entscheidungen.

Obwohl ich natürlich weiß, dass man für  politische Entscheidungen Mehrheiten benötigt und das Politik  ein schwerer Karren ist, den man nur mit größten Kraftanstrengungen langsam in bestimmte Richtungen bewegen  kann.

Trotzdem ärgern  mich vertane Chancen.

 

Es ist wie im einfachen Leben- auch in der Politik gibt es keine Perfektion.

 

Selbst wenn einige Staatsdarsteller uns das  immer wieder weismachen wollen.

Jeder, der  lange verheiratet ist ,weiß,  dass nur die tägliche  Kompromissbereitschaft Tragfähigkeit herstellt, solange die Kompromisse für fair verteilt sind.

 

Das habe ich  vor kurzem ein paar Jugendlichen gesagt, die überlegten ,ob sie überhaupt zur Wahl gehen sollen.

Meine Antwort war ziemlich klar.

Wenn junge Menschen nicht zur Wahl gehen, dürfen sie sich nicht wundern, dass die  Interessen der jungen Generation nicht hinreichend berücksichtigt werden.

Es gibt nun einmal unterschiedliche Interessen der Generationen.

Aber wenn sie zur Wahl gehen, müssen sie schon wissen was sie politisch wollen.

Das bedeutet Nachdenken und Vorbereitung.

Nullbock und Nulltarif gibt es da nicht.

Politische Prozesse sind kompliziert und Politik und Presse kommen oft ihrer eigentlichen Aufgabe nicht nach, diese so verstehbar zu machen, dass der Einzelne sie versteht und mitreden kann.

Demokratie lebt aber von Verstehbarkeit und Durchschaubarkeit.

Klar, habe ich den jungen Leuten gesagt, ist  ihre eigene Stimme nicht wahlentscheidend.

Es ist wie bei den ihnen vertrauten Flashmobs.

Auf einmal ist man erstaunt wie viele gehen und ähnlich denken und ähnlich entscheiden.

Sehr nachdenklich hat sie gemacht, dass  die Nichtwähler die Prozentmarke zum Einstieg in die Parlamente für alle Parteien senken.

Dass die NPD in Sachsen im Parlament sitzt, verdanken sie ihren Wählern und den Nichtwählern.

Ohne die Nichtwähler hätten sie es nicht  geschafft  über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen.

Von daher ist Wahlverweigerung nie ein  eindeutiger Protest.

Nur eine Verzerrung der politischen Realität.

 

Vielleicht sehen wir dann im Wahllokal, sagte einer der Jugendlichen und fügte grinsend hinzu, das könnte dann aber eine Stimme gegen Ihre Partei sein.

Ich grinste zurück: Aber eine Stimme mehr für wahrgenommene Demokratie!

 

Dann lachten wir – alle.

 Heinz Eggert

                    Staatsminister a.D

 

Präsident der Fernseh Akademie

Mitteldeutschland e.V.

 Academy for Television and Broadcasting Central Germany

Altersstark

Heinz Eggert

Als vor einigen Monaten die Sexismus Debatte in Deutschland hochgewogt wurde, übersah man geflissentlich ein Detail.

Bevor Herr Brüderle Frau Himmelreich ein Dirndl empfahl, fragte sie ihn nämlich, ob er mit 67 Jahren der Herausforderung als Spitzenkandidat seiner Partei  überhaupt noch gerecht werden könnte.

Er muss schon ein großer Kavalier sein, wenn er sie deshalb nicht wegen Altersdiskriminierung verklagt hat.

Man stelle sich das öffentliche Erschrecken vor, wenn ein junger sportlicher Journalist diese Frage einer älteren Politikerin gestellt hätte.

Es gibt nämlich in Deutschland seit 2006 ein Gleichbehandlungsgesetz und damit ein Verbot jemanden wegen seines Lebensalters zu benachteiligen oder ihn deshalb infrage zu stellen.

Heute in einer Stellenanzeige nach einem Foto oder nach dem Alter zu fragen, gilt als unzulässig und diskriminierend.

Dieses Gesetz hat aber keine moralischen sondern wirtschaftliche Gründe.

Es geht nämlich darum, den Anteil älterer Arbeitnehmer an der Erwerbsbevölkerung zu steigern. Der demographische Wandel zwingt dazu. Es sind keine Jüngeren mehr da.

Das merken  auch die Unternehmen, vor deren  Türen sich die Bewerber nicht mehr so reichlich tummeln wie noch vor Jahren.

Das Gesetz kam schnell, dass Umdenken dauert länger.

Noch immer denken Einige, Ältere wären weniger motiviert, weniger produktiv und kreativ und vergleichsweise zu teuer.

Das ältere Arbeitnehmer eine große Erfahrung und viele Vorzüge haben, spricht sich  erst  langsam herum. Studien haben ergeben dass die Gruppe der über 54-jährigen leistungsstärker ist als die der 15 bis 24-jährigen.

Von seinen Schwierigkeiten wieder Arbeit zu finden, erzählte mir ein 52- jähriger Automechaniker, der aus Krankheitsgründen einige Jahre nicht arbeiten konnte.

Zahlreiche Bewerbungen hatte er danach  geschrieben. Das Ergebnis: Entweder Absagen oder keine Antwort.

Dann wurde er durch den Jobcenter in Görlitz, auf das Programm 50+ aufmerksam gemacht.

Hier will man individuell  und mit gezielten  Strategien Arbeitnehmer über 50  und Unternehmen zusammen bringen. Es müssen nur alle voneinander wissen.

Anfängliche Minderleistungen der Arbeitnehmer werden für die Unternehmen mit Fördermitteln ausgeglichen.

Für den Automechaniker war es ein Glück. Für das Unternehmen auch.

Er hat Arbeit  und das Unternehmen hat nach Einarbeitungszeit und genauer Prüfung jetzt für die nächsten 15 Jahre einen zuverlässigen Mitarbeiter.

Das könnte ein erfolgreiches Gesellschaftsmodell für Ältere  werden, die gerne arbeiten wollen und  deren Leistungskraft durch den vorherrschenden Jugendwahn lange Zeit überdeckt wurde.

Denn ältere Menschen sind kein Abschreibungsmodell.

Oder?

       Heinz Eggert

Schnelligkeit ist keine Zier

Heinz Eggert

Eigentlich wäre es zum Haare ausraufen gewesen.

Nur dazu muss man welche haben und außerdem war ich auch selber schuld.

Ich wollte schnell auf die Sparkasse um am Geldautomaten Geld abzuholen.

Zur Schnelligkeit gab es eigentlich keinen Grund, wohl aber zur Höflichkeit.

Deshalb hielt ich einer etwas fülligen Frau, voll gepackt mit vollen Einkaufstaschen, die Tür zur Sparkasse auf, so dass sie vor mir am Geldautomaten war.

Meine Höflichkeit bereute ich  bald.

Langsam und gründlich durchsuchte sie alle Taschen, um ihre Geldkarte zu finden.

Eine jüngere Frau, die später gekommen war ,und ich beobachteten sie dabei.

Misstrauisch äugte sie zurück, was das Suchen in den Taschen noch mehr verzögerte.

Langsam war es nicht mehr lustig. Sie kramte und kramte.

Endlich hatte sie die Karte gefunden und warf sich fast mit ihren ganzen Körper schützend über den Automaten um die PIN einzugeben.

Ich seufzte.

Tröstend meinte die junge Frau, solange sie jetzt nicht noch von fünf Monaten die Kontoauszüge ausgedruckt, liegen wir ganz gut in der Zeit.

Ich grinste und versprach ihr zu zeigen wie schnell man Geld auch abheben kann.

Inzwischen hatte die füllige Dame ihr Geld aus dem Automaten und umständlich alle ihre Taschen wieder aufgenommen, um zu gehen.

Jetzt war ich dran. So schnell war ich beim Geld abheben noch nie.

Beim gehen lächelte ich der jungen Frau die Botschaft zu: So schnell kann es auch gehen!

Sie lächelte zurück. Als ich sie nach einer halben Stunde in der Stadt wieder sah, lächelte sie immer noch.

Ihr Lächeln verstärkte sich noch, als sie mir erzählte, dass ich vergessen hätte das Geld aus dem Automaten zu nehmen. Sie hätte noch einen Moment gewartet, dann wäre das Geld automatisch wieder eingezogen worden. Ich sah in der Brieftasche nach. Es stimmte. Sie war leer.

Da stand ich nun: Schnell und dynamisch aber geldlos. Im Gegensatz zur fülligen Dame.

Offenbar ist Schnelligkeit doch nicht alles.

Das dachte ich dann auch abends, als ich im Internet die ersten Meldungen über Uli Hoeneß las.

Quer durch alle Medien war  von 100-300 Millionen  Euro Schwarzgeld zu lesen. Unbelegt und unbewiesen.

Offensichtlich hatten in den Zeiten des Kampfes um Auflagenstärke und Einschaltquoten, selbst die gerne als seriös geltenden Medien voneinander abgeschrieben.

Kein verantwortlicher Redakteur hatte angeordnet, das alles noch einmal mit kühlem Kopf zu recherchieren oder den normalen Menschenverstand einzuschalten.

Schnell, schnell, schnell- bevor der Konkurrent die Schlagzeile bestimmt.

So erschlägt man Glaubwürdigkeit.

Da sind meine 200 € ( die mir übrigens wieder gutgeschrieben wurden), doch wirklich  Peanuts dagegen.

Oder?

       Heinz Eggert

17.03.2013 Alle reden über das Wetter-aber nicht nur.

Heinz Eggert

Es gibt momentan in einigen Städten ein Reizwort, über das viel gestritten wird.
Einkaufscenter. Brauchen wir sie oder nicht?
Ob in Meißen, Zittau, Bautzen, Görlitz, Hoyerswerda – die erbitterten Auseinandersetzungen darüber sind dort reichhaltiger als die dort vorhandene Kaufkraft.
Das zeigen die Schwierigkeiten der schon erbauten.
Mit einem großen Kraftaufwand und viel Zeit sind die jeweiligen Stadträte mit diesem Thema beschäftigt.
Als ob der Bau von Einkaufscentern ein Garant für die Belebung und Erhaltung der Innenstädte durch einen zusätzlichen Einkaufstourismus aus der Region oder dem nebulösen Sonstwo wäre.
Besonders brisant ist dieses Thema in Zittau.
Ich gehe durch die wunderschöne Innenstadt und sehe, wie viele kleine Läden schließen mussten. Trotz allem persönlichen Engagements haben die Inhaber die Mieten, die Löhne und die Abzahlung der Kreditraten nicht erwirtschaften können. Die Kaufkraft fehlte.
Denn Händler können zeitweilige Umsatzeinbrüche immer nur dann verkraften, wenn die Konjunktur läuft. Aber in Zittau lief sie noch nie.